
Ausstellerplanung
Teil von Wie läuft die Messevorbereitung nach den Unterlagen der Messe Frankfurt ab?
Fachmesse auswählen oder regionale Messe besuchen: Kriterien für Aussteller
Fachmesse auswählen oder Regionalmesse: AUMA- und FKM-Zahlen, Standmieten je Quadratmeter, Beispielrechnung mit 19 Prozent MwSt. und Fördermitteln im Vergleich.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Fachmessen bündeln internationales Fachpublikum, Regionalmessen erreichen Kunden im Umland von rund 100 Kilometern.
- Der AUMA zählt rund 2.000 Messen pro Jahr in Deutschland, der FKM weist geprüfte Besucherzahlen aus.
- Schwelle für die Wahl: mehr als die Hälfte des Umsatzes aus 150 Kilometern Umkreis spricht für die Regionalmesse.
- Standmieten: 150 bis 250 Euro je Quadratmeter netto auf Fachmessen, 50 bis 100 Euro netto auf Regionalmessen.
- Beispielrechnung für 50 Quadratmeter: 14.950 Euro netto auf der Fachmesse, 6.000 Euro netto auf der Regionalmesse, zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer.
Kriterien: Zielmarkt, geprüfte Besucherzahlen und Einzugsgebiet
Am Anfang steht die Herkunft der Kunden, nicht die Größe der Messe. Stammt mehr als die Hälfte des Umsatzes aus einem Radius von 150 Kilometern, deckt eine Regionalmesse den Zielmarkt ab. Kommen 30 Prozent oder mehr aus dem übrigen Bundesgebiet oder dem Ausland, trägt eine Fachmesse.
Die zweite Kennzahl ist die Besucherstruktur. Der FKM, die Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen, prüft für angeschlossene Veranstaltungen Gesamtbesucher, Fachbesucheranteil, Entscheidungskompetenz und Herkunft. Liegt der Fachbesucheranteil über 80 Prozent, passt die Messe zu erklärungsbedürftigen Produkten.
Der AUMA trennt in seinen jährlichen Messemarktzahlen überregionale und regionale Veranstaltungen und weist Aussteller- und Besucherzahlen getrennt aus. Konkrete Beispiele: Die bauma in München läuft alle drei Jahre, die MEDICA in Düsseldorf jährlich. Regional arbeiten die Consumenta in Nürnberg, die Oberrhein Messe in Offenburg und die Messe Erfurt.
Standmiete, Reise und Personal im Kostenvergleich
Die Standmiete rechnet der Veranstalter je Quadratmeter ab und nennt sie in den Teilnahmebedingungen. Auf Fachmessen liegen die Preise häufig zwischen 150 und 250 Euro netto je Quadratmeter, auf Regionalmessen zwischen 50 und 100 Euro. Hinzu kommen Nebenkosten für Strom und Reinigung.
Reisekosten entstehen vor allem durch Übernachtungen. Auf einer Fachmesse mit drei Messetagen sind zwei Nächte je Mitarbeiter üblich, bei einer Regionalmesse reicht die Anreise am Messetag. Bedingungen für Buchung und Stornierung stehen in den AGB für das Veranstaltungsticket der Deutschen Bahn.
Beispielrechnung für einen Stand von 50 Quadratmetern
Die Beispielrechnung gilt für 50 Quadratmeter, drei Messetage auf der Fachmesse, zwei auf der Regionalmesse, mit 200 beziehungsweise 80 Euro Standmiete je Quadratmeter und 350 Euro Personalkosten je Mitarbeiter und Tag.
| Position | Fachmesse, 3 Tage | Regionale Messe, 2 Tage |
|---|---|---|
| Standmiete, 50 Quadratmeter | 10.000 Euro | 4.000 Euro |
| Reise und Übernachtung | 1.800 Euro | 600 Euro |
| Standpersonal, 3 beziehungsweise 2 Personen | 3.150 Euro | 1.400 Euro |
| Summe netto | 14.950 Euro | 6.000 Euro |
| Umsatzsteuer 19 Prozent | 2.840,50 Euro | 1.140,00 Euro |
| Summe brutto | 17.790,50 Euro | 7.140,00 Euro |
Bei 300 qualifizierten Kontakten auf der Fachmesse und 120 auf der Regionalmesse liegt der Preis je Kontakt in beiden Fällen bei rund 50 Euro netto.
Förderung und Standbau: was die Nettoausgaben senkt
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz beschreibt die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die Förderlogik für Messebeteiligungen. Kleine und mittlere Unternehmen erhalten darüber Zuschüsse, besonders für Gemeinschaftsstände und Auslandsmessen.
Die Deutschen Industrie- und Handelskammern bündeln Hinweise zu Fördermitteln, Gemeinschaftsständen und Auslandsmesseprogrammen. Die zuständige IHK nennt auf Anfrage die offenen Programme der Branche.
Beim Standbau stehen Komplettangebote gegen Einzelvergabe. Dienstleister wie Holtmann bieten Komplettpakete für Messestände. Für eine Regionalmesse reicht oft ein Systemstand, für eine Fachmesse mit internationalem Publikum ist individueller Standbau üblich.
Schrittfolge zur Entscheidung
- Umsatzherkunft auswerten und die 150-Kilometer-Schwelle prüfen.
- FKM-geprüfte Besucherdaten der drei passenden Messen vergleichen, Fachbesucheranteil und Herkunft notieren.
- Kosten je Kontakt rechnen, mit Standmiete, Reise, Personal und Standbau.
- Fördermöglichkeiten bei der IHK abfragen, den Antrag vor der Anmeldung stellen.
- Standbau und Logistik anfragen, Paketpreis gegen Einzelposten stellen.
Häufige Fragen
Wie viele Messen gibt es in Deutschland?
Der AUMA zählt jährlich rund 2.000 Veranstaltungen, von Verbrauchermessen bis zu internationalen Leitmessen. Für die Auswahl zählt das Einzugsgebiet der einzelnen Messe, nicht die Gesamtzahl.
Was prüft der FKM?
Der FKM kontrolliert freiwillig gemeldete Besucherzahlen und weist sie nach Fachbesuchern, Entscheidern und Herkunft aus. Nur Veranstaltungen mit FKM-Siegel tragen geprüfte Zahlen. Damit lässt sich prüfen, ob die Besucher zum Zielmarkt passen.
Was kostet ein Standplatz auf einer Fachmesse?
Die Beispielrechnung nennt 10.000 Euro netto für 50 Quadratmeter, also 200 Euro je Quadratmeter. Mit Reise und Personal steigt die Summe auf 14.950 Euro netto und damit 17.790,50 Euro brutto.
Wann reicht eine regionale Messe?
Wenn mehr als die Hälfte des Umsatzes aus dem Umkreis von 150 Kilometern stammt und die Kundenpflege im Vordergrund steht. Der Auftritt kostet deutlich weniger, die Zahl qualifizierter Kontakte ist kleiner.
Welche Fördermittel gibt es?
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert Messebeteiligungen kleiner und mittlerer Unternehmen, die IHK berät zu Programmen und Gemeinschaftsständen. Zuschüsse mindern die Nettoausgaben.



